Ende im Gelände

Wir verlassen die Via Karelia für einen kleinen Abstecher zur Biathlon-Worldcup-Stätte in Kontiolahti. Hier is Kaisa Mäkäräinen zu einem großen Star im Biathlon-Zirkus geworden.
Da wir nun schon Oberhof, Östersund, Oslo und Lillehammer(gehört nicht einmal zu den WC-Stätten) kennenlernen durften, sind wir hier etwas enttäuscht ob der Winzigkeit der Anlage. Dennoch: die Größe macht es offenbar nicht aus. Heute haben wir hier niemanden außer einem einsamen Hobby-Langläufer getroffen.

Der Schießstand
zwei der vielen Strecken-Überführungen, im Hintergrund ist die zweite zu sehen.l
hier geht es zum Schießstand

Wir machen Rast an einem See, der erste, der bereits einige kleine Flächen ohne Eis preisgibt.

In  Ilomantsi, einem Dorf mit 4749 Einwohnern  muss die Bevölkerung sehr fromm sein, denn hier gibt es zwei sehr große Kirchen.
Die orthodoxe Kirche des Ortes ist dem Propheten Elias geweiht. Sie ist die größte orthodoxe Holzkirche in Finnland und dient der orthodoxen Minderheit, die hier in Ilomantsi 17,4% der Bevölkerung ausmacht und somit von allen finnischen Gemeinden den größten Anteil hält.

Unweit entfernt steht die evangelisch-lutherische Kirche des Ortes; Sie ist aus dem Jahr 1796 und ebenfalls aus Holz . Die Kirchengemeinde besteht schon seit 1653. 

Zuweilen passieren wir gelbe Schilder am Wegesrand, sie signalisieren die Nähe zur Russischen Grenze, und zwar einen 1km-Gürtel, der nicht betreten werden darf.
Wir finden es ein wenig schaurig.

Wir fahren weiter südwärts auf der Via Karelia und übernachten neben einem Hotel ‚Korpiselkätalo‘ mitten im Wald. Das Hotel scheint jedoch in dieser Jahreszeit geschlossen oder gar unbewohnt zu sein, obwohl die Strasse und der vorliegende Parkplatz geräumt sind, den wir gerne als Übernachtungsplatz nutzen.

Am nächsten Morgen hat Tauwetter eingesetzt, es sind +3Grad und es regnet Bindfäden.
Der Strassenbelag aus einer festgefahrenen Schneedecke verwandelt sich schneller als wir vermuten in eine löchrige schwammige Matsch-Schicht, die sehr schwer zu befahren ist.

Und da passiert es auch schon; die Grille kommt von der Fahrbahn ab, fährt mit beiden rechten Reifen durch einen tiefverschneiten Graben und gerät in eine bedrohliche Schieflage. Wie Andi sie wieder ‚auf Spur‘ bekommen hat, ist ihm bis jetzt ein Rätsel.
Wir müssen umplanen; diese Strassenverhältnisse sind uns zu heikel und wir verlassen die Via Karelia und verbringen den Rest des Tages in einem Spa in Imatra, wo wir uns von dem Schreck erholen. Ende im Gelände? Es geht natürlich weiter, jedoch weniger im „Gelände“.

3 Antworten auf „Ende im Gelände“

  1. Ganz schön nah dran an der russischen Grenze auf diesem Hotelparkplatz Korpiselkätalo, wieder so ein Ortsname zum nachpfeifen. Die E6 zwischen Jonenssu und Imatra habe ich auch noch als eintönigen Abschnitt in Erinnerung, der richtige Nährboden also für einen Abstecher in die Gräben der Nebenstraßen. Das richtige Abenteuer wartet ja bekanntlich abseits der breiten Trampelpfade auf seine Entdeckung.
    Man, ist das spannend!

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